Besonderes

Hier finden Sie eine Auswahl besonderer Projekte an der GS Stiftberg aus der jüngeren Vergangenheit:

Rotasia

Rotasia

17. Juni 2012 - Schulübergreifendes Kindermusical erntet Applaus
Singen verbindet

Mit 600 Besuchern füllte sich das Herforder Münster an diesem Sonntagnachmittag im Juni. Sie sind gekommen, um das Musical Rotasia mit rund 140 Grundschulkindern auf der zur Bühne umdekorierten Altarfläche der Kirche zu erleben.
Die in rote T-Shirts gekleidete Kinder erzählen vor allem singend die Geschichte der Menschen aus dem Land Rotasia. Prinz Shadi und sein Freund Farid fragen sich, ob weiter draußen noch eine andere Welt existiert. So steht es in einem geheimen Buch, das den beiden in die Hände fällt. Die Hofleibwächter Sim und Sam behaupten hingegen, die Geschichte in dem Buch sei ein Märchen. Schließlich erlaubt es dem König, dem Prinzen und einigen Begleitern, ins Unbekannte aufzubrechen. Shadi und seine Freunde überstehen die Gefahren des Dunkelwaldes, in dem riesige Schlangen leben. Die Roten werden von bunten Menschen geschützt, die herbeieilen. Die roten Menschen aus Rotasia misstrauen den bunten Menschen zunächst, doch schnell schließen sie Freundschaft. Zum Schluss feiern sie gemeinsam ein großes Fest. „Wenn aus Fremden Freunde werden, dann ist das doch ein Grund zu feiern, dann sieht die Welt gleich bunter aus“, heißt es in dem Musical, und weiter singen die Kinder: „Manchmal ist es schwer, seine Ängste zu überwinden, doch wenn du es wagst, dann ist die Freude riesengroß“.

Kräftiger Applaus für alle Akteure

Der große Kinderchor und die Solisten ernten nach der Aufführung ihren sehr verdienten Beifall, genauso wie Anna Myasoedova, die die Kinder einfühlsam am Klavier begleitete. Kräftigen Applaus erhält auch Stefan Kagl, Kantor des Herforder Münsters. Er leitete das Musical-Projekt. Am Anfang stand die Frage: Welches Musical eignet sich? Sein wesentliches Kriterium für die Auswahl: Mitreißend muss es sein. Bei Rotasia wurde er fündig. Die Musik hat viel Schwung.
Stefan Kagl ist geübt im Umgang mit Kindergruppen. Bei Rotasia leitet er nicht nur die gemeinsamen Proben, er bringt auch den Gemeindechor des Münsters ein, der mehr als 40 Kinder umfasst. Solisten und Schauspieler kommen aus seiner Gruppe. „Ich arbeite gerne mit Kindern, sie sind begeisterungsfähig, erklärt er etwas erschöpft, aber zufrieden, nach der Aufführung. „Die Freude der Kinder springt auf mich über, sie kommt zu mir zurück“. Er weiß: Musik verbindet. Musik öffnet. Musik fördert das Selbstbewusstsein. Es gehört eine Menge Mut dazu, vor so vielen Zuschauern zu singen.

Für das Singen werben

Bei gemeinsamen Projekten wie Rotasia geht es ihm darum, für das Singen zu werben und ganz nebenbei auch auf Defizite aufmerksam zu machen. Es mangele an ausgebildeten Fachkräften in Kitas und Grundschulen. „Viele können gar nicht mehr so hoch singen, dabei sind die Kinderstimmen doch hoch“. Sogar Komponisten von Kinderliedern würden inzwischen die Lieder in den Stimmen zu tief setzen. Auch Elke Tölke, Leiterin der beteiligten Grundschule Stiftberg, sieht das Rotasia-Projekt als Chance, Kinder an das Singen heranzuführen: „In vielen Grundschulen fehlen ausgebildete Musikfachkräfte, die dies machen könnten“.
Rotasia ist ein KITA & CO-Projekt. KITA & CO will Kinder für das Singen begeistern. So übernahm das Modellprojekt des Kreises Herford und der Carina Stiftung einen großen Teil der Kosten, bestellte für alle mitwirkenden Kinder die Materialien samt CD und sorgte auch für die roten T-Shirts der Kinder. „Musik fördert das Lernen auf kreative Weise“, sagt Gisela Schimanski, Projektleiterin von KITA & CO, „wir wollen Musikprojekte besonders voranbringen, sie sind aktuell ein KITA & CO-Schwerpunkt“. Bereits seit Februar probten die Kinder der Grundschule Stiftberg, der Wilhelm Oberhaus Schule, der Grundschule Landsberger Straße und der Grundschule Eickum für die Aufführung, die erste gemeinsame Probe fand erst einen Monat vor der Aufführung statt. Mit viel Spaß und einer kräftigen Portion Disziplin schafften die Kinder es, die Lieder zu lernen. Bei den ersten Proben klangen viele Stimmen noch zaghaft und unsicher. Gefordert waren die Musiklehrenden der einzelnen Grundschulen.

Wachsende Fröhlichkeit auf dem Schulhof

An der Grundschule Eickum übernahmen es Fachkräfte des Offenen Ganztags, mit den Kindern die Stücke einzustudieren. 22 Kinder nahmen teil, alles Erst- oder Zweitklässler. Angeleitet wurden sie dabei von Dorothea Boldt, einer Mutter, die zugleich Gesangslehrerin ist. Elmar Böning koordinierte die Proben. „Anfangs habe ich die Kinder motiviert, die sich gar nicht vorstellen konnten, bei einem Musical mitzumachen“, berichtet der OGS-Koordinator der Grundschule. In den Probewochen beobachtete er auf dem Schulhofe eine wachsende Fröhlichkeit, die Kinder sangen und lachten zusammen. Die Kinder der OGS haben in sechs Wochen neun Lieder gelernt, eine große Leistung. Eine große Hilfe war es, dass die Kinder sich die Lieder auch zu Hause auf der CD anhören konnten.
In der Stiftbergschule lagen die Proben immer donnerstags in der 6. Stunde, hinzu kamen die gemeinsamen Proben mit den anderen Schulen. Viel Extra-Zeit für Elke Tölke, die als ausgebildete Musiklehrerin das Projekt betreute, viel zusätzliche Zeit auch für die 39 Kinder aus der 3. und 4. Klasse der Schule. „Die Beteiligung war sehr verlässlich“, lobt die Rektorin, „den Kindern hat es offensichtlich Spaß gemacht“.
Nach der Aufführung im Herforder Münster waren eine Menge stolze Kindergesichter zu sehen. Schon bei der Generalprobe waren die Kinder beeindruckt vom Klangerlebnis, das eine so große Kirche vermittelt. Während der Aufführung steigerten sie ihre Energie, sie trauten sich immer mehr zu. „Max hat vorher gesagt: Ich singe nur für Mama. Das war sehr groß“, berichtet Elmar Böning.
Und noch etwas hat er aus dem Projekt mitgenommen: Singen fördert den Zusammenhalt. Wer gemeinsam singt, muss auf die anderen hören, muss wissen, wo die Einsätze sind. Elke Tölke betont besonders, dass es gelungen sei, mit vielen Kindern aus verschiedenen Schulen etwas zusammenzuführen. Dies sei sehr motivierend für die Kinder.

Es geht weiter mit der Musik

Für KITA & CO ist Rotasia nicht das letzte Musikprojekt. „Es geht weiter, es gibt schon Ideen“, sagt Gisela Schimanski. Stefan Kagl wünscht sich eine Aufführung auf der Bühne das Stadttheaters. Und Elke Tölke, die Leiterin der Grundschule Stiftberg, kann sich vorstellen, mit ihrer KITA & CO-Partnerkita vor Ort ein gemeinsames Sing-Projekt anzugehen.

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